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Ein wenig Geschichte...

1310: Schon ein Weinberg!
Dank sorgfältig bewahrter Pergamenturkunden können wir die Geschichte mit Sicherheit bis zum 15. Januar 1310 zurückverfolgen. Unter der Herrschaft von Edward, König von England und Herzog von Guyenne, verkauft die Dame Paironne la Montagne, Witwe von Henry de Lanessan, den Besitz an Herrn von Blaignan.

1793: 17. Mai:
Die Familie Delbos erwirbt dieses angesehene Weingut.

    1855: Bei der Klassifizierung der Bordeaux-Weine vergessen
Louis Delbos legte keine Probe vor, obwohl alles vermuten ließ, dass Château als 5. "Cru" klassifiziert werden wäre.

1878 – Der Bau des Château Lanessan
André Delbos ließ das Schloss im dem damaligen Geschmack entsprechenden Tudorstil errichten, während die Fasskeller im traditionellen Stil des Médoc gebaut wurden.

 

Die Familie Bouteiller übernahm die Nachfolge der Familie Delbos und ist auch heute noch im Besitz des Weinguts und bemüht sich um eine harmonische Verbindung von Moderne und Tradition zur Entwicklung ihrer Weine.
Mehr zur Geschichte der Familie Bouteiller


 

Der Weinberg...                                                                                                  Datenblatt Château Lanessan

Das Weingut liegt auf einem 260 ha großen Grundstück, von dem 40 ha mit Rebstöcken bepflanzt sind. Sie liegen am Rand des Gemeindegebiets von Saint-Julien und damit auf dem AOC- Gebiet (Appellation d’Origine Contrôlée) des Haut-Médoc.

Die Parzellen befinden sich auf den sog. "croupes de graves garonnaises", d.h. auf einem kiesigen Boden, auf dem die besten "Crus" nach der Klassifizierung von 1855 gedeihen.
   

Der Anbau ist traditionell, d.h. ca. 8.500 Rebstöcke pro Hektar. Durch regelmäßige Neupflanzungen wird gewährleistet, dass das Durchschnittsalter der Weinstöcke zwischen 30 und 32 Jahren beträgt.


Der Schnitt der Rebstöcke erfolgt sehr tief, um die Trauben möglichst nahe an dem kiesigen Boden reifen zu lassen. Durch die am tagsüber von der Sonne erwärmten Kieselsteine sinkt die Temperatur nachts weniger stark und verringert somit das Abkühlen der Trauben.
 

Mehr zu den Weinbergen der Bouteiller-Weingüter

 

In den Fasslagern   ...                                                                                               Datenblatt Château Lanessan

Die Rebsorten, die beim Verschneiden der Weine zusammenkommen, sind dieselben wie bei allen großen Weinen des Médoc-Gebiets: 60 % Cabernet-Sauvignon, 30 % Merlot, 5 % Cabernet Franc und 5 % Petit-Verdot.

Vom Château Lanessan wird gesagt, dass er ein "Mehr" an Tanninen, Aroma- und Duftnoten enthält, auch wenn dies schwieriger und teurer zu produzieren ist. Somit hat er seinen berechtigten Platz bei der endgültigen Rebsortenmischung.
      Bei einer ersten Reifung (sog. Ausbau) zwischen 16 und 18 Monaten in neuen Fässern, von denen jedes Jahr 30 bis 50 % erneuert werden, kann sich der Wein entfalten und erhält dabei einen leichten Holzgeschmack. Das Alter der Fässer ist besonders wichtig für die Reifung der Weine und ist je nach den Eigenschaften der Trauben von Jahr zu Jahr unterschiedlich.
In Jahren, in denen der Wein nicht sehr kräftig ist, wird ein geringerer Anteil neuen Holzes verwendet, um seine spezifischen Eigenschaften nicht zu "erdrücken".
Umgekehrt kann in Jahren, in denen der Wein sehr strukturiert ist, der Beitrag des Fassholzes seine Qualität zu einem hervorragend haltbaren Produkt steigern.

Mehr zur Weinbereitung

 

Die Weine  ...                                                                                                                     Datenblatt Château Lanessan

Château Lanessan, ein "Cru bourgeois supérieur"

Der Wein des Château Lanessan – ca. 220.000 Flaschen pro Jahr – kann nach fünf Jahren nach der Weinlese getrunken werden und erreicht seinen besten Geschmack je nach Jahrgang zwischen sieben und zwanzig Jahren danach. Bestimmte außergewöhnliche Jahrgänge können aber noch viel länger im Keller liegen. Robert Parker z. B. bezeugte, dass er einen Château Lanessan 1920 mit sehr viel Genuss getrunken hat! 
   

Die Merkmale des Château Lanessan ändern sich mit dem Alter:

Junge Weine des Château Lanessan zeichnen sich durch eine intensive und deutlich rubinrote Farbe aus. Das Bukett ist elegant und hat vorwiegend eine Note von Früchten und Blütenduft. Der Geschmack zeichnet sich durch eine komplexe und dichte Struktur aus. Der Gesamteindruck ist sehr harmonisch und im Gaumen lang anhaltend.

Ältere Weine
gehen in  einen eher ziegelroten Farbton über, ihr Aroma wird noch komplexer mit einer zusätzlichen Note von Nuss- und Waldbeeren. Der Geschmack ist weich, glatt und schmeichelt den Gaumen. Er ist vollkommen harmonisch und endet mit einer seidigen Tanninnote.
 

       

 

Les Calèches de Lanessan

Seit 1999 wird ein Zweitwein des Château Lanessan produziert: Les Calèches de Lanessan. Er ist leichter zugänglich und sollte innerhalb von sieben Jahren nach der Weinlese getrunken werden. Die Pferdegespanne auf den Etiketten der "Calèches de Lanessan" sind ein Verweis auf die engen Beziehungen des Eigentümers zu Pferden (siehe Pferdemuseum). Jedes Jahr wird eine andere Kutsche bzw. Kalesche auf dem Etikett abgebildet.