Die Familie  Bouteiller Décoration Blason des Bouteiller Décoration   Home Page
  

 

Geschichte der Familie Bouteiller

1793
Am 17. Mai dieses Jahres drängte sich wie jeden Tag eine bunte Menschenmenge auf den Kais im Hafen von Bordeaux. Unter ihnen befand sich ein Mann, der sich allerdings nicht um den Umschlag von Waren aus aller Welt mit seiner malerischen und exotischen Atmosphäre kümmerte, obwohl diese sein bisherige Haupttätigkeit betraf, denn er hatte einen wichtigen Termin bei einem Notar, vor dem er einen Vertrag über den Erwerb eines Weinguts unterzeichnen sollte, das einen der besten Weine des Anbaugebiets "Haut Médoc" produzierte: Château Lanessan. Dieser Mann war Jean Delbos, der bisher eine erfolgreiche Karriere als Reeder verfolgte, nun aber beschlossen hatte, sein weiteres Leben seiner Passion, dem Weinbau zu widmen. Und diese Passion wurde von seinen Kindern und Kindeskindern bis zum heutigen Tag aufrecht erhalten.

1855
In der Regierungszeit des Kaisers  Napoléon III. fand in diesem Jahr die erste Weltausstellung in Paris statt. Ganz Frankreich bereitete sich intensiv auf dieses Ereignis vor. Auch in der Region von Bordeaux herrschte eine große Aufregung, denn hier wurden alle Weine einer Klassifizierung unterzogen, die auch heute noch gilt, und die besten Weine ausgesucht, die bei der Weltausstellung präsentiert werden sollten. Château Lanessan wurde ebenfalls von der Jury ausgesucht und wurde aufgefordert, der Jury eine Weinprobe zukommen zu lassen. Aber Louis Delbos, der Sohn des ehemaligen Reeders, beschloss im letzten Augenblick, auf diese Weinproben zu verzichten, denn er war der Ansicht, dass sein Ruf gut genug war und keine derartige Klassifizierung benötigte. Leider konnten Louis Delbos damals nicht wissen, dass diese Klassifizierung von 1855 einen wesentlichen Qualitätsmaßstab für die Bordeaux-Weine setzte, der bis zum heutigen Tag von größter Bedeutung ist!

1867
Die Jahrhunderte alten Eichen, die die imposante Alle des Château Lanessan umsäumten, kamen nicht aus dem Staunen heraus: Jeden Tag kamen und gingen hier eine Unmenge Handwerker und Arbeiter – Maurer, Zimmerleute, Steinmetze. Der Grund für diesen Trubel? André Delbos hatte die Direktion des Weinguts übernommen und beschlossen, dieses zu vergrößern und zu verbessern – ezine Tätigkeit, die bis ins Jahr 1909 dauern sollte. 1878 wurde das alte Gebäude abgerissen und an seiner Stelle das elegante, rassige und harmonische Schloss errichtet, das auch heute noch zu sehen ist. 1887 wurde eine musterhafter Gärkeller gebaut, der mit der Goldmedaille des Landwirtschaftsministeriums ausgezeichnet wurde und die Bewunderung aller Weinbauern im Bordeaux-Gebiet hervorrief.

André Delbos hatte jedoch noch eine zweite Leidenschaft: Pferde, elegante Gespanne und schöne Kutschen. Dazu ließ er einen Pferdestall, eine Kutschenremise und eine Sattlerei bauen, die bis heute sorgfältig erhalten wurden und von den Besuchern besichtigt werden können (siehe  Pferdemuseum).

1907
Marie-Louise Delbos, Tochter von André, heiratete Etienne Bouteiller. Dessen Familienname war geradezu prädestiniert für die Übernahme der Leitung des Weinguts, denn einer seiner Vorfahren war der "Bouteiller" d.h. der "Flaschenmeister" des Sonnenkönigs Ludwig XIV. und somit für den königlichen Weinkeller zuständig.

1961-62
Nach dem eisigen Winter des Jahres 1956 mit riesigen Frostschäden in ganz Frankreich beschloss Jean Bouteiller, Sohn von Marie-Louise und Etienne Bouteiller 1961, einen Teil des Nachbarguts Château Lachesnaye aufzukaufen, auf dem ebenfalls ein "Cru bourgeois supérieur" produziert wurde , der dem des Château Lanessan sehr ähnlich war. Mit dem Ziel, das Familienunternehmen zu vergrößern, erwarb Jean Bouteiller im Jahre 1962 konsequent das ebenfalls benachbarte Château de Sainte-Gemme, womit alle drei Weingüter vereint und eine gemeinsame Zufahrt von der Hauptstraße von Bordeaux nach Pauillac erhielten. Die Trilogie der Bouteiller war damit vervollständigt, so dass beim Tod von Jean Bouteiller in demselben Jahr die Grundlagen für das heutige Unternehmen gesetzt waren.

Anschließend wurde das dreifache Weingut von zwei seiner Söhne geleitet. Zunächst von Bertrand Bouteiller, der die Nachfolge seines Vaters bis 1970 übernahm, um danach die Weingüter Pichon-Longueville und später Château Palmer zu leiten. 1970 wurde somit sein Bruder Hubert Bouteiller Leiter des Familienunternehmens und ist dies auch bis 2007 geblieben.

Heute
Der Familienkonzern "Groupement Foncier Agricole (GFA) des Domaines Bouteiller" besitzt heute 380 Hektar Land und drei Weingüter:

Château Lanessan
Château Lachesnaye
Château de Sainte-Gemme

Die zivile landwirtschaftliche Betriebsgesellschaft ("Société Civile d’Exploitation Agricole - SCEA) Delbos Bouteiller" betreibt die Weinberge der Güter, befasst sich mit der Weinbereitung und übernimmt die Kommerzialisierung der Produktion. Der Forstbetrieb "Groupement Forestier des Landes de Lanessan" besitzt 179 Hektar Wald mit Kiefern, Pappeln, Eichen, Korkeichen und diversen anderen Baumarten, der die "Sauerstoffquelle" des Grundbesitzes darstellt. Nach den Sturmschäden im Dezember 1999 wurde er wieder sorgfältig nachgepflanzt.

Das Familienunternehmen beschäftigt 28 Personen für die Produktion und Kommerzialisierung von 450.000 Flaschen pro Jahr, die aus  80 Hektar Weinbergen stammen.